Erlebe spannungsgeladenen Poker jenseits von Texas Hold'em...
Texas Hold'em ist das Pokerspiel, das jeder kennt – mit Pokerstars, hohen Preisgeldern und weltweiten TV-Übertragungen. Anhänger von Omaha-Poker sind jedoch überzeugt, dass ihr Spiel viel packender ist als jede Hand von Texas Hold'em.
Spielregeln
Omaha ist spannend und gleichzeitig leicht zu erlernen. Jeder, der bereits mit Texas Hold'em vertraut ist, sollte hier keine Probleme haben. Die Regeln sind quasi dieselben: Jeder Spieler erhält einige Holecards, darauf folgt der Flop mit drei Gemeinschaftskarten, dann eine Karte am Turn und eine Karte am River. Auch die Einsätze sind identisch, mit Einsatzrunden nach Kartenvergabe, Flop, Turn und River.
Der größte Unterschied liegt darin, dass jeder Spieler nicht nur zwei, sondern vier Holecards erhält. Ziel des Spiels ist es, mit zwei (aber nur zwei) beliebigen Holecards die beste Fünfkartenkombination zu bilden. Dabei muss man erst am Ende der Hand entscheiden, welche zwei Karten man wählt (beim Online-Poker bestimmt die Software die beste Hand).
Wie man sich denken kann, führen die beiden zusätzlichen Holecards dazu, dass man in Omaha ein sehr starkes Blatt erreichen kann.
Hi/Lo
Omaha Hi/Lo (gelegentlich auch als "Omaha 8's oder besser" oder einfach "O8" bezeichnet) verwendet dieselben Regeln wie reguläres Omaha-Poker. Wichtigste Ausnahme: Bestimmte niedrige Hände können den Pot teilen (Split Pot). Eine solche niedrige Hand besteht aus zwei Holecards und drei Gemeinschaftskarten und darf keine Karte enthalten, die größer als Acht ist. Straßen and Flushes gelten nicht für niedrige Hände, und Asse können entweder hoch oder niedrig gespielt werden (oder beides). Die beste niedrige Hand ist daher A-2-3-4-5 mit beliebigen oder gemischten Farben. Dies macht A-2 beim Omaha Hi/Lo zu sehr begehrten Startkarten, da damit eine hohe und eine niedrige Hand möglich ist.
Hi/Lo hand rankings
Die beste niedrige Hand in Omaha Hi/Lo ist A-2-3-4-5. Diese Hand heißt auch "Wheel" (bzw. "Steel Wheel", wenn alle Karten dieselbe Farbe haben). Während das "Wheel" gute Chancen bei der hohen Hand hat, hat man mit dem "Steel Wheel" extrem gute Aussichten auf den gesamten Pot. Dies sind die besten Hände (in absteigender Reihenfolge):
A-2-3-4-5
A-2-3-4-6
A-2-3-5-6
A-2-4-5-6
A-3-4-5-6
2-3-4-5-6
A-2-3-4-7
A-2-3-5-7
A-2-4-5-7
A-3-4-5-7
Omaha-Strategie
Mit vier Holecards erreichen Omaha-Spieler häufig eine viel größere Hand. Das höchste Paar und ein guter Kicker reichen in diesem Spiel nicht aus. Omaha lockt die Monster heraus, und die braucht man hier auch, mit hohen Straßen, Flushes und einem Full House.
Auch die Pots sind in Omaha größer. Da Spieler häufiger ein starkes Blatt erreichen, gibt es meist mehr als einen Anwärter auf den Pot. Dies macht es komplizierter für Spieler, die gerne die Pot Odds errechnen. Die schnell wachsenden Pots sorgen dafür, dass auch Drawing Hands im Spiel bleiben.
Bei all diesen Möglichkeiten solltest du dich auf eine fertige Hand konzentrieren, mit der du versuchen kannst, die Nuts zu bekommen. Mit anderen Worten, du solltest deine Hand auf mehrere Arten spielen können: zum Beispiel zwei hohe Paare nach dem Flop mit Möglichkeiten für Straße, Flush oder (natürlich) Full House. Denke jedoch daran, dass selbst ein Full House in diesem Spiel gefährlich sein kann, falls sich ein besseres auf dem Tisch entwickelt. Du solltest auch keine freien Karten verschenken, wenn du in Führung liegst; dies ist der Moment für äußerst aggressive Wetten.
Bluffen in Omaha
Bei so vielen Gegnern in jedem Spiel, einer größeren Chance auf die richtigen Karten und gewaltigen Pots bleibt in Omaha nur wenig Gelegenheit zum Bluffen. Dies heißt jedoch nicht, dass es nicht vorkommt. Suche wie in Hold'em nach günstigen Gelegenheiten, ohne zu sehr auf die Karten auf dem Tisch zu achten. Wenn man einen schwachen oder sehr tight spielenden Gegner mit einem Preflop-Raise oder ähnlichem isolieren kann, lässt er sich nach dem Flop vielleicht aus dem Rennen werfen. Dies muss jedoch relativ früh erfolgen. Wenn man tief im Spiel steckt und viel Geld in der Mitte liegt, wird bei Omahas Möglichkeiten schnell klar, dass man blufft und versucht, die Nuts zu bekommen.
Auswahl der Starthand
Eine gut ausgewählte Starthand ist der sicherste Weg, um die eigenen Gewinnchancen in Omaha zu erhöhen.
Angesichts der höheren Chance, Holecards günstig einzusetzen, ist man schnell versucht, viele Flops im Spiel sehen zu wollen. Damit erreicht man jedoch nur, dass die eigenen Chipvorräte schrumpfen, da man bei zu vielen marginalen Händen mitmischt. Gute Omaha-Spieler spielen in der Regel nur eine erstklassige Starthand, um sich einen Vorsprung zu verschaffen.
Im Unterschied zu Texas Hold'em ist beim Omaha Hold'em jedoch nicht immer klar, was eine gute Starthand ist. Beginnen wir an der Spitze. Die besten Startkarten, die man in Omaha erhalten kann, sind A-A-K-K Double Suited (jeweils zwei Karten derselben Farbe), zum Beispiel Ah As Kh Ks; viele meinen auch, dass A-A-J-T Double Suited wenigstens genauso stark ist. Danach wird es allerdings schwierig, für Omaha eine Liste der starken oder schwachen Starthände festzulegen, wie dies bei Texas Hold'em möglich ist. Faktoren wie die eigene Position und der Stil der Gegner spielen hier eine viel größere Rolle als bei Hold'em. Hier kannst du deine Hand nicht spielen, indem du "automatisch entscheidest".
Suche...
Hohe Karten. Das versteht sich von selbst. Wenn du nur hohe Karten wählst, steigen deine Chancen darauf, die Nuts zu bekommen, wenn du im Spiel bleibst.
Eine richtig große Hand. Das höchste Paar mit hohem Kicker ist vielleicht bei Hold'em eine starke Hand. In Omaha braucht es schon etwas mehr, um mithalten zu können. Wähle darum vor allem Karten mit der größten Chance auf Nut Full House, Flush oder Straße bzw. Straight Flush.
Vier Karten, die kombiniert werden können. Zwei gute separate Hold'em-Karten sehen vielleicht verlockend aus, aber manchmal trügt der Schein. Kombinierbare Karten bieten mehr Flexibilität und höhere Chancen nach dem Flop. So kannst du leichter deine hohe Hand bilden und den Pot gewinnen. Im idealen Fall haben alle Karten einen ähnlichen Rang, da dies die Chancen auf eine Straße, möglichst gleichfarbig, mit dem As erhöht.
Karten mit gleicher Farbe. Eine Hand, in der alle Karten dieselbe Farbe haben, gewinnt viermal so häufig wie ein Blatt mit mehreren Farben; beim Double Suit ist die Chance sogar fünfmal so hoch! Denke jedoch daran, dass du bei mehreren Startkarten derselben Farbe immer nur zwei verwenden kannst. Jede zusätzliche Karte der Farbe reduziert sogar deine Chance auf einen Flush.
Beispiel:
Ac-Kc-Ad-Kd
Die höchstmögliche Starthand. Zwei Paare, Double Suited und mit guten Chancen auf einen Flush oder ein Full House.
As-Qs-Jh-Th
Eine großartige Starthand. Double Suited mit Chancen auf Nut Straight, Full House, Flush und Straight Flush.
Ah-Qh-Js-Kc
Eine weitere starke Starthand. Möglicher Nut Flush, vier Karten des Nut Straight und so viele hohe Karten, das jedes Full House größer sein dürfte als das eines Gegners.
Hinweis: Die einzigen Hände in Omaha Hi/Lo, die auch ohne As häufig gewinnen, sind K-K-Q-Q, K-K-J-J und K-K-T-T, mit mindestens einer gleichen Farbe.
Vorsicht Falle!
Zwei spielbare Hold'em-Karten ergeben in Omaha nicht immer eine spielbare Hand. Hält man beispielsweise Kh-7d-Ks-8d, sind dies zwei erkennbare Hold'em-Hände: zwei Pocket-Könige und Suited Connectors. Deine übrigen vier Hände – Kh-7d, Kh-8d, Ks-7d and Ks-8d – sind jedoch allesamt schwach.
Drei Karten können miteinander kombiniert werden, die vierte ist jedoch eine Blank. Dies kann sehr verführerisch sein, vor allem, wenn die drei Karten hohe Werte haben, doch es ist meist falsch, sie zu spielen. Eine Hand mit drei Karten sollte man nur aus einer starken (späten) Position spielen, und bei einer Erhöhung sollte man vermeiden mitzugehen. Wichtig ist auch, dass man mit seiner starken Hand versucht, das bestmögliche Blatt zu erhalten (zum Beispiel ein A Flush) und nicht das zweit- oder drittbeste (wie K oder Q High).
Drilling oder Vierling auf der Hand. Bei A-A-A-A als Starthand gehen einem zwar erst einmal die Augen über, aber in Omaha ist dies kein besonders gutes Blatt. Man kann nur zwei davon verwenden und daher höchstens auf ein hohes Paar hoffen. Die Asse können auch nicht mehr erweitert werden, da man sie bereits alle hat. Dasselbe gilt für Drillinge. Man kann nur zwei der drei Karten verwenden und die Chance, dass sich die vierte aufs Board verirrt, ist verhältnismäßig gering.
Disziplin. Bei so vielen Möglichkeiten mit den diversen Starthänden am Tisch muss man viel eher bereit sein, selbst gute Blätter nach einem schlechten Flop abzulegen.
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